Das Pastorat

Hausmarke des Pastorats – © F. Mohrwinkel

Das Pastorat diente der Pastorenfamilie nicht nur als Wohnhaus, sondern wurde auch als Archiv für Dorf- und Kirchenbücher genutzt. Ursprünglich stand es auf der Ostseite der Kirche neben dem Kirchspielkrug. Um 1705 entstand ein Neubau nordwestlich der Kirche, wo es heute noch steht.

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Aus dem Jahr 1737 gibt es eine erste urkundliche Erwähnung des Pastorats. Darin wurde dem Pastor ein Wohnhaus mit Küche und Keller zugesichert. Auch drei eiserne Öfen, einen Tisch und eine Bettstelle in der kleinen Stube bei der Küche sollte das Haus enthalten. Im Kranzgesims über der Tür ist das Relief einer Löwenfratze mit den Jahreszahlen 1725 und 1722 zu sehen. Auch Teile der Inneneinrichtung sind erhalten, wie zum Beispiel der barocke Archivschrank, der rechts neben der Eingangstür eingebaut ist. In der Haupthalle steht zudem der ehemalige Brandschrank aus dem 17. Jahrhundert. Die Dorf- und Kirchenbücher wurden dort in Kassetten mit Griffen aufbewahrt, so konnte man diese bei einem Brand schnell aus dem Haus tragen. Im Laufe der Jahre wurde das Pastorat mehrmals umgebaut und renoviert. Seit 1980 befinden sich die Wohnräume der Pastorenfamilie im Mittel- und Ostteil des Gebäudes, der Westflügel ist ein Amtstrakt mit eigenem Eingang.

Der barocke Archivschrank neben der Eingangstür des Pastorats wird heute zu ganz profanen Zwecken genutzt – © F. Mohrwinkel