Die Eider-Treene-Sorge-Niederung

Blick über die Sorgeniederung nach Bergenhusen – © F. Mohrwinkel

Die Eider-Treene-Sorge-Niederung ist das größte zusammenhängende Fluss- und Niederungsgebiet in Schleswig-Holstein. Etwa 500 Quadratkilometer landwirtschaftlich geprägtes Feuchtgrünland erstreckt sich entlang der Flüsse Eider, Treene und Sorge. Rund ein Drittel der Moorflächen Schleswig-Holsteins sind hier zu finden. Sie bietet Lebensraum für Weißstörche und viele gefährdete Wiesenvogelarten.

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Die für die Niederung charakteristischen Holme entstanden während der vorletzten Eiszeit, der sogenannten Saale-Eiszeit, vor ca. 200.000–130.000 Jahren. Die sich von Skandinavien nach Süden ausbreitenden Gletscher schoben Sand und Geröll vor sich her. Dieses Material türmte sich auf und bildete Altmoränen: die heutigen Geestrücken bzw. Holme.

Ein Großteil der Landschaft liegt unter dem Meeresspiegel und wurde früher, als die Eider noch bis weit ins Landesinnere gezeitengeprägt war, bei Sturm- und Springfluten regelmäßig überflutet. Deswegen finden sich die meisten Siedlungen auf den Holmen. Die sie umgebende Landschaft war geprägt von Mooren, Sümpfen und Flachseen.

Auf Einladung von Herzog Friedrich III. ließen sich im 17. Jahrhundert holländische Remonstranten in der Region nieder und gründeten 1621 das nach ihm benannte Friedrichstadt. Die erfahrenen Wasserbauer legten zahlreiche Gräben an, bauten Pumpwerke und begannen mit der großflächigen Trockenlegung der Umgebung. Hierfür wurde sogar der Lauf der Sorge umgeleitet, wodurch der Fluss in die heutige Neue Sorge und den abgetrennten Altarm der Alten Sorge geteilt wurde. Die Alte Sorge-Schleife ist ein wertvolles Naturschutzgebiet, welches auch zur Gemeinde Bergenhusen gehört.

Die Eider-Treene-Sorge-Niederung ist eine von Menschen geprägte Gegend. Ihre Bedeutung als Brutgebiet für viele gefährdete Wiesenvogelarten erlangt sie durch das vertrauensvolle Miteinander von Naturschutz und Landwirtschaft und somit ist sie heute beides: eine Kulturlandschaft und ein Naturschutzgebiet.