Weißstorchschutz ist Klimaschutz

Storch auf einer Wollgraswiese in der Sorgeschleife – © K.-M. Thomsen
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Als Teil des Ökosystems besitzt der Weißstorch eine Indikatorfunktion, das heißt, er ist Symbol für den Zustand der Feuchtlebensräume – wo der Storch verschwindet, verschwinden auch viele andere Arten. Die Böden der Moore und Feuchtgrünländer sind wertvolle und effektive Kohlenstoffspeicher. Der Erhalt und die Wiederherstellung von geeignetem Weißstorch-Lebensraum ist somit gleichzeitig Arten- und Klimaschutz.

Hier in der Eider-Treene-Sorge-Niederung herrschen vor allem moorige Böden vor. Für die landwirtschaftliche Nutzung wurden über Jahrhunderte hinweg die Böden intensiv entwässert. Trockene Moorböden aber stoßen so genannte Klimagase aus und tragen somit signifikant zum Klimawandel bei.

Um den Störchen Rückzugsgebiete zu schaffen, kaufen sowohl der behördliche als auch der private Naturschutz geeignete Flächen von extensiv bewirtschaftetem Feuchtgrünland auf. Um jedoch wirklich einen Unterschied machen zu können, müssen große, zusammenhängende Flächen erworben und bewirtschaftet werden. Dies erfordert viel Personal und ist entsprechend teuer. Aber nur so können auch effektive wasserbauliche Maßnahmen, d. h. Bewässerung statt Entwässerung, durchgeführt werden. Auch die hiesige Landwirtschaft passt sich diesem neuen Konzept an, das Wasser in die Fläche bringt anstatt es herauszuholen. Zukünftige Kernthemen der Region sind das Wohlergehen der Weißstörche, das Fortbestehen der (angepassten) Landwirtschaft und der Klimaschutz.