Storchendorf Bergenhusen

Die ortstypischen Reetdächer werden von den Störchen gerne zum Nestbau genutzt – © F. Mohrwinkel

Die Höhenlage von Bergenhusen bietet den Störchen einen guten Überblick über die Nahrungsgründe und gute Bedingungen zum Start in den Segelflug. Um die Bedingungen für die Störche zu optimieren, wurde Bergenhusen storchenfreundlicher gestaltet: Stromleitungen wurden unterirdisch verlegt und angrenzende Feuchtflächen wiedervernässt, um als Nahrungsfläche zu fungieren.

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Bergenhusen liegt in der Region Stapelholm.
Stapel hat zwei Bedeutungen: Stapel- bzw. Anlegeplatz und Gerichtsstätte. Die in der Nähe liegende Gemeinde Stapel war ein wichtiger Umschlagplatz am Stapelholmer Weg, einem historischen Handelsweg in Schleswig-Holstein. Im heutigen Ortsteil Süderstapel befand sich auch ein Hochgericht. Holm hingegen ergibt sich aus der geographischen Lage der Geestlandschaft und bedeutete eine Erhebung, etwas Herausragendes.

Eingebettet in die einzigartige Landschaft aus Wiesen, Knicks und Flüssen liegt die kleine 700-Seelen Gemeinde Bergenhusen. Seinen Namen hat das Dorf jedoch nicht von seiner erhöhten Lage: Beveringhusen, wie es in der ersten urkundlichen Erwähnung 1304 genannt wird, stammt aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet so viel wie „Zu den Häusern der Leute des Bewer“ (= Biber) oder „vom Biberort“.

Warum ist ausgerechnet Bergenhusen das Storchendorf? Auch andere Dörfer in der Region Stapelholm haben Storchennester, keines aber so viele wie Bergenhusen. Dies liegt an der Kombination aus der Lage auf dem höchsten Holm der Umgebung und dem reichen Nahrungsangebot in den feuchten, extensiv genutzten Grünlandflächen der Umgebung.

Besonders in den ersten Wochen ist es wichtig für die Störche, reiche Nahrungsflächen in Sichtweite des Nestes zu haben, damit sie ihren Horst gegen Rivalen verteidigen können. Außerdem sind Störche gesellig: Wo einer ist, kommen gern noch weitere dazu.

Partnergemeinde von Bergenhusen ist das Europäische Storchendorf Rühstädt in Brandenburg.

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