Besiedlung in der Jungsteinzeit

Jungsteinzeitliche Beilklingen aus Feuerstein – © ALSH

In der Jungsteinzeit, vor etwa 6000 Jahren, begann der Mensch erstmals die ihn umgebende Natur seinen Bedürfnissen anzupassen: die Wälder wurden gerodet, um Baumaterial sowie Acker- und Weideflächen zu gewinnen. Davon zeugen auch einige Beilklingen aus Feuerstein, die auf der Geestanhöhe westlich der heutigen Ortschaft Bergenhusen gefunden wurden.

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Die Menschen der sog. Trichterbecherkultur (4200–2800 v. Chr.) waren die ersten sesshaften Ackerbauern und Viehzüchter in Norddeutschland. Namengebend für diese Kultur waren die mit einem trichterförmigen Hals versehenen Becher aus Ton. Ein vollständiges Exemplar eines solchen Trichterbechers wurde bereits 1936 nördlich von Bergenhusen bei Wohlde gefunden. Aus Bergenhusen selbst sind vor allem Einzelfunde v. a. von Steinbeilen bekannt. Die meisten Funde stammen dabei aus dem Bereich zwischen Papenbrook, Brunsholm und dem ehemaligen Bahnhof, sodass hier offenbar in der Jungsteinzeit ein Besiedlungsschwerpunkt lag. Darüber hinaus deutet im Norden der heutigen Ortschaft eine Konzentration von Feuersteinabschlägen auf einen weiteren möglichen Siedlungsplatz hin.

Aus der gleichen Zeit stammen auch die ersten Nachweise für die Verwendung von Rad und Wagen sowie die meisten der in ganz Norddeutschland häufigen Großsteingräber. Diese, auch Hünen- oder Megalithgräber genannten Bauwerke, wurden als Bestattungsplatz einer Familien- oder ganze Siedlungsgemeinschaft errichtet. So ein Großsteingrab kann beispielsweise im Norden von Schwabstedt besichtigt werden.

Bildquelle:
G. Loewe, Archäologische Denkmäler Schleswig-Holsteins, Bd.8, Kreis Schleswig (seit 1974 Kreis Schleswig-Flensburg), Neumünster 1998, Tafel 23/5-8.