Handelsschiffe auf der Treene

Übersichtskarte des Danewerks. Der Standort befindet sich südlich außerhalb des Kartenausschnitts – © ALSH

Dieser beschauliche kleine Fluss war vor etwa 1000 Jahren eine wichtige Wasserstraße. Um die gefährlichen Strömungen im Kattegat, dem Meeresgebiet zwischen Jütland und der schwedischen Westküste, zu umgehen, wurde eine Art mittelalterlicher Nord-Ostsee-Kanal genutzt: Von der Ostsee aus konnte man über die Schlei bis zur Wikingermetropole Haithabu gelangen. Von dort aus mussten anschließend nur etwa 15 km über Land mit Ochsenkarren überwunden werden, dann war das von hier aus flussaufwärts an der Treene gelegene Hollingstedt erreicht. Für dieses ist eine Nutzung als Hafen seit der Wikingerzeit durch archäologische Ausgrabungen belegt. Anschließend fuhren die Schiffe über die Treene bis zur Eider, die schließlich in die Nordsee mündete.

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Die Landenge zwischen Hollingstedt und Haithabu war zu dieser Zeit durch das Danewerk geschützt, eine rund 30 km lange Wallanlage. Diese markierte bereits seit dem 5. oder 6. Jahrhundert die Südgrenze des Territoriums der Danen, wurde jedoch besonders in der Wikingerzeit (800–1050 n. Chr.) bedeutsam. Damals sicherte die Anlage den Landhandelsweg nach Haithabu.

Den Weg über die Treene nutzten zwar vielleicht auch die berühmt-berüchtigten Drachenschiffe der Wikinger, diese Langschiffe waren jedoch ausschließlich für die Kriegsführung gedacht. Häufiger wird man hier Handelsschiffe wie den Knorr gesehen haben, vielleicht beladen mit feinen Glas- und Keramikgefäßen aus dem Rheinland.

Weitere Informationen über den Hafen von Hollingstedt finden sich im dortigen „Hollinghuus“ (an der Hauptstraße, Ecke Nedderend/Klues (Nedderend 1)), über das Danewerk auf der Homepage des Danevirke Museums, und über Haithabu auf der Homepage des Wikinger Museums.